„Jagd ohne Hund ist Schund“: Diesen Spruch hat wohl jeder Jungjäger – Schüler in seiner Ausbildung gehört. Viele haben, nachdem sie die Jagdprüfung abgelegt haben, diese Worte vergessen oder verdrängt.

Ob nun die beengten Platzverhältnisse in der Stadtwohnung, das berufliche Engagement oder doch vielleicht auch eine gewisse Bequemlichkeit vieler Jäger Grund dafür sind, bei Bedarf lieber auf den Hund des guten Jagdkollegen zurück zu greifen, sei dahingestellt.
Doch gerade diese guten Jagdkollegen sind es, die die Verantwortung, einen vierbeinigen Freund zu führen, meistens unentgeltlich und auf eigenes, ungeteiltes Risiko übernehmen. Aus diesem Grund haben sich schon vor einigen Jahren Hundeführer aus dem oberen Feistritztal Gedanken gemacht, diese Gespanne – Hundeführer und Hund – in eine Organisation ein zu betten, in der Ausbildung, Einsatzplanung und nicht zuletzt eine Versicherung im Einsatzfall einen geordneten Rahmen bietet.

Auf Initiative von Meisterführer Wolfgang Pichler wurde im Jänner 2017 der Verein „Jagdhundestaffel Oberes Feistritztal“ gegründet. Ziel dieses gemeinnützigen Vereins ist es, die oben genannten Voraussetzungen für die Gespanne im Jagdeinsatz zu bieten. Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der „Einsatztruppe“ der Jagdhundestaffel ist ein Hund mit FCI – Papieren. Spätestens nach dem 3. Lebensjahr des Hundes muss dieser eine Prüfung des Rassehundeklubs (Anlagenprüfung oder ähnliches) abgelegt haben.

Ist eine derartige Prüfung im Rassehundeklub nicht möglich, kann als Ersatz eine klubinterne Leistungsüberprüfung absolviert werden. Der Verein bietet allen Jägern die Möglichkeit, auf ferme Jagdhunde für alle Gegebenheiten der Jagd, sei es nun für Nachsuchen oder auch für Riegel- und Treibjagden zuzugreifen. Über vier öffentliche Telefonnummern kann der Einsatz von Gespannen angefordert werden.
Die Einsatzkoordination erfolgt danach durch erfahrene Hundeführer, die für den jeweiligen Einsatz das richtige Gespann wählen. Derzeit hat die Einsatzkoordination auf ca. 30 einsatzfähige Gespanne Zugriff. Somit ist für Jäger, die die Unterstützung eines Hundes brauchen, ein einfacher Zugriff gewährleistet.

Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. In weiterer Folge sind Aktivitäten, wie Ausbildungs- und Prüfungstage geplant. Die Einnahmen aus diesen Veranstaltungen sollen helfen, die Kosten für Versicherungsprämien und erweiterte Ausbildung der Einsatzstaffel abzudecken. Nicht zuletzt leistet die „Jagdhundestaffel Oberes Feistritztal“ einen Beitrag dazu, die Jagd sowohl ethisch, moralisch, als auch tierschutzkonform durchzuführen.